Gute Arbeit ist ein klarer Wettbewerbsvorteil

Für den heute veröffentlichten DGB-Index „Gute Arbeit“ wurden im Jahr 2017 1.022 Beschäftigte in Sachsen befragt. Zu den Ergebnissen erklärt Daniela Kolbe, Generalsekretärin der SPD Sachsen, Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales und Mitglied im SPD-Parteivorstand:
„Die Ergebnisse des DGB-Index „Gute Arbeit“ sind ernüchternd. In Sachsen ist der Anteil der Beschäftigten in „schlechter Arbeit“ überdurchschnittlich hoch. Er liegt bei 27 Prozent. Als Gründe dafür geben die Beschäftigten die „Arbeitszeitlage“ – also Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit, geringe „Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten“, fehlende „Beschäftigungssicherheit und berufliche Zukunftssicherheit“ an. Aufschlussreich ist der Zusammenhang zwischen der Arbeitsqualität und der Bindung an den Arbeitgeber: Beschäftigte, die ihre Arbeit als „gut“ bewerten, wollen ihren Arbeitgeber nicht wechseln. Dagegen sind mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, die ihre Arbeit als „schlecht“ bewerten, dazu bereit.
Die Ergebnisse auf den gut 100 Seiten des DGB-Indexes sind ein Plädoyer für eine höhere Tarifbindung und Demokratie im Betrieb. Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, Arbeitszeitbegrenzung, die Höhe des Einkommens – all das sind Punkte auf die Gewerkschaften in Tarifverträgen und darüber hinaus Einfluss nehmen. Sachsen ist jedoch Schlusslicht bei der Tarifbindung. Es sind also auch die Beschäftigten gefragt: Nur wo sich die Arbeiter und Angestellten organisieren, können gute Tarifverträge ausgehandelt und damit die Arbeitszufriedenheit erhöht werden.
Die Befragung zeigt aber auch: Gute Arbeit nutzt auch den Arbeitgebern. Wer die Qualität der Arbeit verbessert, stärkt die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb und punktet im Wettbewerb um Fachkräfte. Arbeitgebern, die keine Fachkräfte finden, empfehle ich daher wärmstens einen Blick in die Ergebnisse des DGB-Indexes.“